Kurzinformation

  • 50 Impulse pro Umdrehung der Messtrommel
  • Für TG05 bis TG50 und BG4 bis BG100
  • Ohne Drehrichtungserkennung
  • Einsetzbar im Ex-Bereich (1)

Anwendung

Mit dem Impulsgeber der RITTER Trommel-Gaszähler und Balgen-Gaszähler kann das gemessene Gasvolumen zur Fernübertragung und/oder Weiterverarbeitung (Berechnung des Volumenstromes, Datentransfer via RS232) zur elektronischen Digital-Anzeigeeinheit »EDU 32 FP« (optionales Zubehör) oder zu einer externen Datenerfassung (PC, SPS, Schreiber) übertragen werden. In letzteren Fall muss das externe System eine Spannungsversorgung (5 – 25 V) zur Verfügung stellen sowie eine Auswertungs-Schaltung/-Logik besitzen. Für den Anschluss an ein externes System sind die elektrischen Kennwerte und Schaltbilder weiter unten auf der Seite dargestellt.

image002 Für die Verwendung im Ex-Bereich (1) ist der Impulsgeber mit einem induktiven Sensor (statt Photodiode) ausgerüstet. Der Sensor ist für die Kategorien (2) ATEX 1G und ATEX 2G zugelassen, EG-Baumusterprüfbescheinigung PTB 99 ATEX 2219 X, Kennzeichnung: II 1 G EEx ia IIC T6

Bei Verwendung im Ex-Bereich müssen die Spannungsversorgung (z.B. durch die EDU) und der Impulsgeber durch einen Trennschaltverstärker galvanisch voneinander getrennt werden.

Der Trennschaltverstärker muss daher zwingend außerhalb der EX-Zone installiert werden.

Zur Auswahl der Gaszähler-Ausführung für den Einsatz im Ex-Bereich: Siehe Fußnote (1).

Ausrüstung

Der Impulsgeber ist im Zählwerkgehäuse des Gaszählers (hinter dem Zifferblatt) eingebaut und besteht aus den Komponenten:

  • Schlitzscheibe
  • Sensor: induktiver Näherungsschalter nach NAMUR mit PTB/ATEX-Zertifikat
  • 3-polige Ex-Buchse

Beschreibung

Die Messtrommel (bei Trommel-Gaszählern) bzw. das Messwerk (bei Balgen-Gaszählern) ist über eine Magnetkupplung mit der Schlitzscheibe 1:1 gekoppelt. Die Fahnen bzw. Schlitze der Schlitzscheibe rotieren durch den U-förmigen Induktiv-Sensor und unterbrechen dadurch intermittierend das Magnetfeld des Induktiv-Sensors. Der Induktiv-Sensor wandelt somit die Umdrehung der Messtrommel (bei Trommel-Gaszählern) bzw. die Bewegung der Messmembranen (bei Balgen-Gaszählern) in eine Pulsfolge um. Die Anzahl der Pulse ergibt mit der jeweiligen Auflösung (siehe Tabelle »Kennwerte der Schlitzscheiben«) die Menge des durchgeflossenen Gasvolumens. Die Frequenz ist proportional zum Volumenstrom des Gases.

Für den Betrieb des Induktiv-Sensors ist eine Gleichspannungsquelle von 8 V erforderlich. Weitere elektrische Kennwerte des Induktiv-Sensors entnehmen Sie bitte dem Punkt »Technische Daten«. Bei eingetauchter Fahne in den Sensor wird der durch den Sensor fließende Strom verändert. Das Ausgangssignal ist eine Rechteckkurve, deren Pegel von der nutzerseitigen Schaltung, d.h. vom Wert der verwendeten Widerstände abhängt.

Anschlussbuchse

Die Pin-Belegung der 3-poligen Anschlussbuchse ist hier dargestellt.

Bei Verwendung mit Trommel-Gaszählern

Wenn mit dem Impulsgeber der Volumenstrom aufgezeichnet wird, kann die entsprechende Kurve der Ausgangsspannung wellenförmig sein, obwohl der Gasdurchfluss konstant ist. Dieses ist (unvermeidbar) bedingt durch das physikalische Messprinzip der Trommel-Gaszähler:

Die Messtrommel besteht aus mehreren einzelnen Kammern, die zyklisch geöffnet und geschlossen werden. Die vorlaufende Kammer muss geschlossen sein, bevor die nachfolgende Kammer öffnet.

Diese Zwangsmessung ist einerseits der Grund für die hohe Messgenauigkeit. Andererseits bewirkt das Öffnen/Schließen eine geringfügige Druckerhöhung im Inneren der Kammer. Die Oberflächenspannung der verwendeten Sperrflüssigkeit verursacht eine weitere Druckerhöhung beim Auftauchen einer Messkammer aus der Flüssigkeit (Wasser: Höchste, Öl: geringere, CalRix: geringste Oberflächenspannung). Die resultierende Druckerhöhung bewirkt eine kleine Verringerung der Drehgeschwindigkeit der Messtrommel, die – für das Auge kaum sichtbar – von einem Schreiber/Computer jedoch sehr genau aufgezeichnet wird. Eine wellenförmige Kurve des Volumenstromes stellt also den wahren Durchfluss durch die Messtrommel bzw. den Gaszähler dar.

Kennwerte der Schlitzscheiben

Gaszähler
(Typ)
Impulse pro
Umdrehung* (Imp/U)
Durchfluss pro
Umdrehung* (ltr/U)
Auflösung
(ltr/Imp)
Impulse pro Liter
(Imp/ltr)
Maximale Impuls-
Frequenz (Imp/min)
TG 01nicht anwendbar
TG 05500,50,01100100
TG 1501,00,0250100
TG 3503,00,0617100
TG 5505,00,110100
TG 1050100,25100
TG 2050200,43117
TG 2550250,52233
TG 5050501,01300
BG 450100,25500
BG 650200,33417
BG 10505011267
BG 165010021208
BG 405010021542
BG 10050100211.333

* TG-Typen: Umdrehung der Messtrommel (= Umdrehung des großen Zeigers des Zifferblattes)
BG-Typen: Umdrehung des großen Zeigers des Zifferblattes

Pinbelegung der Anschlussbuchse

(Ansicht auf die Buchse)

image004

Temperatur-Bereich

  • -25°C bis +100°C
  • Bei höheren Temperaturen kann der Impulsgeber gekühlt werden durch Spülung des Zählwerkgehäuses mit Raumluft. Erforderliche Ausrüstung: Optionaler Anschluss-Stutzen am Zählwerkgehäuse.

Abmessungen der Schlitzscheibe (mm)

TG05 bis TG50 / BG (mm)
Durchmesser:144
Schlitzbreite:4,2
Stegbreite:4,4

Abmessungen des Sensors

image007

Nomgsymbol, Anschlussbild

image008

Technische Daten

Umgebungstemperatur-25 – +100°C
Schlitzweite5mm
Eintauchtiefe5 … 7mm
Nennspannung8V
Betriebsspannung5 – 25V
Stromaufnahme:
Fahne erfasst≤ 1mA
Fahne nicht erfasst≥ 3mA
Schaltfrequenz f0 … 2000Hz
Hysterese0,05 … 0,65mm
EMV gemäßEN 60947-5-2
Gemäß NormDIN EN 60947-5-6
(NAMUR)
Schutzart nach IEC 60529IP67
Anschlussart0,5 m, Leitung LIY
Adernquerschnitt0,14mm2
GehäusematerialPBT/PPS
Kategorie1G, 2G

Anschluss der elektronischen Digital-Anzeigeeinheit »EDU 32 FP« (optionales Zubehör)

Die EDU ist nicht für den Einsatz im Ex-Bereich geeignet und muss daher außerhalb des Ex-Bereiches aufgestellt werden.

Der Anschluss an die EDU muss über einen Trennschaltverstärker (optionales Zubehör) erfolgen zur galvanischen Trennung der Stromversorgung (durch die EDU).

Zur Programmierung der EDU für diesen Einsatzfall beachten Sie bitte die unten stehenden Hinweise zur »Programmierung der EDU«.

Sollte der Gaszähler nicht im Ex-Bereich aufgestellt sein und/oder lediglich zu Testzwecken an die EDU angeschlossen werden, kann der Impulsgeber über das Anschlusskabel, das zusammen mit der Anzeige-Einheit geliefert wird, an die EDU angeschlossen werden.

Die Anzeige-Einheit enthält die Spannungsversorgung für die Photodiode sowie die Auswerte-Schaltung bzw. -Logik, so dass das gemessene Volumen (ltr) und der Volumenstrom (ltr/h) direkt abgelesen werden können.

Verdrahtung der Anschlussbuchsen (Ansicht auf die Buchsen):

image010

Ausgangsbuchse Impulsgeber / Eingangsbuchse EDU 32

Die von der Anzeige-Einheit dargestellten Messwerte können über die serienmäßige Schnittstelle RS 232 an einen Computer übertragen werden (siehe auch: EDU 32 FP Bedienungsanleitung Ziff. 7.3). Über den serienmäßigen Analogausgang (0 – 1 V oder 4 – 20 mA) kann der aktuelle Wert des Volumenstromes an ein analoges Messwerterfassungs-System oder -Gerät übertragen werden.

Programmierung der EDU:

  1. Der Gaszähler befindet sich im Ex-Bereich und wird über einen Trennschaltverstärker / Klemmenverstärker an die EDU angeschlossen:
  2. Der Gaszähler befindet sich außerhalb des Ex-Bereiches und wird über das Anschlusskabel, das zusammen mit der Anzeige-Einheit geliefert wird, an die EDU angeschlossen:

(1) Achtung: Nach den geltenden EU-Vorschriften (94/9/EG) darf der Gaszähler, in den der Impulsgeber eingebaut ist, nur dann im Ex-Bereich eingesetzt werden, wenn für dieses Gerät eine Konformitäts-Erklärung (»ATEX-Zertifikat«) vorliegt, nach der der geplante Einsatz gestattet ist. Für die Gaszählertypen aus PE-el (Ausführung 8) ist eine entsprechende Konformitäts-Erklärung in Vorbereitung.

(2) Äquivalenz der Kategorien und Zonen: Kategorie 1 = Zone 0, Kategorie 2 = Zone 1, Kategorie 3 = Zone 2; »G« steht für »Gas« (»D« für »Staub«)

V 2.0ex / Rev. 2022-06-27 / منوط به تغییرات.